Bye bye Linux?

27. Februar 2006 by lex

Sony Vaio vgn315hSeit fast zwei Jahren betreibe ich mein privates Notebook nun mit Linux (vornehmlich Suse). Zugegebenermaßen hatte ich dabei auch immer den Gedanken im Hinterkopf - es geht auch ohne Microsoft. Allerdings beflügelte mich bislang nie der in der Open Source Community oft gepflegtete Evangelismus des Glaubens an Gut und Böse. Vielmehr waren es praktische Gesichtspunkte, die mich Linux haben schätzen lernen lassen. Nahezu sämtliche benötigte Anwendungen bereits während der Systeminstallation via YAST einzuspielen, ist einfach praktisch. Selten hatte ich vorher innerhalb so kurzer Zeit ein Komplettsystem auf der Festplatte wie mit Suse Linux 9.3 und 10.0. Und das gute Gefühl, vor gängigen Viren und sonstigen Schädlingen sicher zu sein, gibt es gratis obendrauf.

Es sieht allerdings so aus, als ob ich Linux als natives Betriebssystem nun vom Rechner verbannen muss. Der Grund: Ein Sony Vaio VGN-FS315H löst mein Acer Travelmate 290 ab, das mit seinem 1,4 GHz Pentium M und 512 MB RAM unter der Last von KDE 3.14, Apache- und MySQL-Server ganz schön ächzt (und zur Refinanzierung des neuen Notebooks beitragen muss). Zwar sollte man meinen, dass Linux auch das Vaio befeuern kann. Denn bis auf den Memory-Stick-Reader, den ich nicht benötige, stecken nur Standardkomponenten in dem Rechner. Und für die "GForce Go 6400" bietet Nvidia Linux-Treiber an, die Suse via YAST zur Verfügung stellt.

Nach der Installation von Linux sah ich dem KDE noch verheißungsvoll auf den Desktop. Via Sax ließ sich die Bildschirmauflösung von 1280x800 Pixel korrekt einstellen. Doch als graue Flecken auf dem Bildschirm zurückblieben, nachdem ich geöffnete Fenster wieder schloss, schwante mit nichts Gutes. Das Ausklappen des KDE-Starmenüs erzeugte nur buntes Gepixele. Das YOU (YAST Online Update) installierte weitere Nvidia-Treiber, die die Situation jedoch nicht verbesserten. Sax zeigte nach wie vor die korrekten Einstellungen für Grafikkarte und Monitor an. Der KDE stellte jedoch nach dem Update nur noch eine Auflösung von 512x384 Pixeln zur Verfügung.

Zwar experimentiere ich gerne am Rechner herum, jedoch immer mit dem Ziel, Nutzen aus einer Anwendung zu ziehen. Keinen Nutzen sehe ich darin, so lange am Betriebssystem zu fummeln, bis es mir endlich ermöglicht, Anwendungen auszuprobieren. Deswegen nehme ich zwar zur Kenntnis, dass Linux wohl mit einigem Gefummle das Vaio befeuern könnte. Ich werde mich jedoch darauf beschränken, dem System in einer virtuellen Maschine die geeigneten Umgebungsvariablen zur Verfügung zu stellen.


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